Weltenbau und ein vertonter Textschnipsel aus ALKATAR

Während draußen triste Dämmerung und Nieselregen herrschen, sitze ich auf dem Sofa und bastle an meiner Geschichte Tiamat-Bruderkrieg weiter. Beim Schreiben habe ich gemerkt, dass mein Weltenbau noch nicht ausreicht. Es fehlen die Kleinigkeiten, die eine Geschichte lebendig machen, wie das Aussehen einzelner Häuser, Parks, die Freizeitbeschäftigung der Bewohner. Was sieht mein Protagonist, wenn er durch die Stadt läuft? Spielen dort Kinder? Welche Wesen interagieren miteinander? Und warum? Welche Transportmöglichkeiten gibt es? Wie gelangen die Bewohner an ihre Bedarfsgüter? Wer stellt sie her? Wer ist verantwortlich für die Planung des Nachschubs? Das sind alles wichtige Fragen für mich, besonders bei einer Gesellschaftsform, die nicht auf Wettbewerb und Konsum ausgerichtet ist.  Erst wenn in meinem Kopf ein lebendiges stimmiges Bild entsteht, wird es auch der Leser fühlen können.

Außerdem freue ich mich über einen vertonten Textschnipesl aus ALKATAR. Ich habe mich beim Sprechenden Adventskalender von Sylvia Bommes Schneider beworben. Sie ist Moderatorin, Autorin und Sprecherin. Und habe doch tatsächlich gewonnen! Gestern war mein Textschnipsel auf Instagram bei ihr zu hören gewesen. Toll hat sie das gemacht und natürlich wollte ich euch das nicht vorenthalten.

Vielleicht erinnert ihr euch ja, aus welchem Buch der Textteil stammt.

 

 

Zwischen Mutanten und Tiamat-Bruderkrieg

Mit dem Schreiben geht es bei mir im Moment schleppend voran. Zuerst konnte mich mein eigener Plot nicht fesseln und die Sätze flossen zäh wie Teer, die Protagonisten wollten nicht, wie ich es wollte. Nicht gut, gar nicht gut. Die Erkenntnis musste ich erst einmal auf mich wirken lassen, musste die Gründe analysieren. Es fehlte die Spannung, der emotionale Kitzel, etwas Geheimnisvolles. Also habe ich die Handlung überarbeitet und den Weltenbau vertieft – und gleich lief es wieder besser. Zu Beginn der ersten Szene traf ich auf meine zweite Hauptfigur, den Nauarchen Elsu Chaneni Igigu, der nicht nur Tiamats Raumflottenkommandant ist, sondern auch Tufans Bruder. Wie soll es auch anders sein? Die beiden kommen sich natürlich ins Gehege und die Worte wollten wieder fließen.

Dann begann sich das Pandemiegeschehen rund um Corana drastisch auszuweiten, ein Rekordhoch jagte das nächste. Dazu die sich immer tiefer spaltende Gesellschaft, eine neue Mutante. Meine fiktiven Welten verblassten angesichts meiner eigenen Welt, die mir immer mehr wie eine Dystopie vorkommt. Zeichnen, war für mich das Zauberwort. Da fließen die Gedanken dahin, eine Art Meditation und erholsam. Herausgekommen ist Elsu, den ihr hier unten seht. Das Zeichen auf seiner Schulter stellt die Insignien der Raumflotte dar. Hoch moralisch, pflichttreu und zielstrebig füllt Elsu seinen Posten aus, auch wenn es bedeutet, gegen seinen eigenen Bruder zu handeln.

So, jetzt ist aber wieder das Schreiben angesagt. In diesem Sinne. Bleibt gesund!

Das Hintergrundbild stammt von pixabay

 

CharactersofSeptember Tag 30: Welches Ziel möchtest du unbedingt erreichen?

„Ziel? Ich habe kein Ziel.“ Ralyana sitzt auf dem steinigen Boden, die mageren Arme um ihre Knie geschlungen und sieht mich mürrisch an.

Also gut, dann muss ich es wohl anders formulieren: „Wie würdest du dein Leben verändern, wenn du es könntest.“

„Was für eine dämliche Frage“, motzt sie. „Natürlich würde ich eine neue Sippe nach alten Regeln gründen mit mächtigen Jagdformationen, in denen Frauen und Männer sich wieder ergänzen und zusammen sogar einen Manturen erlegen können. Doch das ist unmöglich. Sowohl die alten Jagdtechniken als auch die telepathische Verständigung ist verlorengegangen.  Das weiß ich von Shae. Kein Jäger würde sich den Frauen heute unterordnen. Sie verkriechen sich lieber in der Stadt, unterjochen uns und geben sich damit zufrieden, mit ihren verwilderten Rotten ein paar lahme Sadosos oder Bullrocks zu erlegen. Warum auch sollten sie freiwillig ihre Macht abgeben?“

„Man sollte seine Träume nie aufgeben“, sage ich leise. „Sonst wird die Welt noch farbloser.“

„Ach, was.“ Sie steht abrupt auf. „War es das?“

Für einen Moment bin ich versucht, ihr zu sagen, dass ihr da jemand in den Weg stolpern wird, aber das würde sie beeinflussen. Manchmal reicht eine Person, um die Zukunft zu ändern. Stattdessen sage ich: „Ja,  und danke, dass du mitgemacht hast.“

Sie nickt mir zu, wendet sich ab und ich beobachte, wie sie leichtfüßig den Hang hinab in ihr Dorf läuft.

CharactersofSeptember Tag 27 – 29: Was macht dein Zuhause zu deinem Zuhause?

Ralyana und ich sind wieder an den Rand ihres Dorfes zurückgekehrt und unser Beisammensein neigt sich langsam dem Ende zu. „Was macht dein Zuhause zu deinem Zuhause?“, stelle ich die vorletzte Frage.

„Das hier.“ Sie vollführt eine ausladende Geste mit ihren Armen auf die ärmlichen Hütten und das fast ausgetrocknete Flussbett im Zentrum . „Das bedeutet mir nichts. Mein Zuhause ist dort, wo meine Freunde sind.“ Ihr Gesicht verzieht sich zu einem warmen Lächeln. „Ich würde überall hingehen, wo Shae hingeht. Sie ist mir von den Alten die Liebste. Ansonsten fühle ich mich noch bei den Jüngeren wohl, bei Oshi, der Schiefen, Muri Einhand und Zara, der Flinken. Sie machen mir das Leben hier erträglich.“

CharactersofSeptember Tag 26: Auf was bist du stolz?

Für den heutigen Beitrag reicht ein Bild :-). Vergesst nicht wählen zu gehen! Und vergesst dabei nicht die Zukunft unseres schönen Planeten und alles, was darauf kreucht und fleucht.