Ein weiteres neues Projekt und wie ich den ersten Kartenentwurf erstelle

jetzt ist es schon eine Weile her, seitdem ich den letzten Beitrag geschrieben habe. Doch das Jahr ist leider von einem Krankheitsfall in der Familie geprägt gewesen. Das hat sich auch auf meine Schreibtätigkeit ausgewirkt und ich habe mich nicht länger auf die beiden Projekte konzentrieren können, die ich bereits angefangen hatte. Ich benötigte eine leichtere Kost, eine Fantasiegeschichte, in die ich beim Schreiben einfach abtauchen konnte. So ist das Projekt „Die Krieger von Onsgart“ geboren worden. In die Geschichte fließt auch eine alte Ideensammlung  vom Beginn meiner Schreibtätigkeit mit ein und ich hoffe, dass auch später der Leser in die Welt abtauchen und den ernsten Alltag eine kurze Zeit vergessen kann.

Gut, aber ich bin ja noch am Anfang der Geschichte, wobei es bereits einen ganz groben Rohentwurf von über 300 Seiten gibt. Jedenfalls bin ich gerade an einem Punkt angelangt, wo ich für das Weiterschreiben eine Karte benötige und ich dachte, ich veröffentliche mal die allererste Skizze.

Vorgehensweise

Eines vorweg. Das Aussehen der Karte ist zu diesem Zeitpunkt völlig unwichtig, denn sie wird sich im Verlauf der Geschichte noch viele Male ändern. Aber irgendwo muss man ja mal anfangen. Für den ersten Schritt würden auch Papier und Bleistift ausreichen, aber da ich ja sowieso oft mit dem freien Zeichenprogramm Krita arbeite, habe ich mich dafür entschieden. Continue reading Ein weiteres neues Projekt und wie ich den ersten Kartenentwurf erstelle

Ein neues Projekt und eine neue Figur

So, wie in meinem letzten Beitrag angekündigt, widme ich mich einem neuen Projekt. „Immer wieder Überleben“ lautet der vorläufige Arbeitstitel einer Geschichte, die in der Jetztzeit auf der Erde beginnt und sich in die nahe Zukunft erstreckt. Sie wird abgeschlossen sein, also kein Mammutprojekt wie das Alkataruniversum werden.

Mit einer groben Handlungsskizze und einer Zeichnung habe ich jetzt den Grundstein gelegt. Was dabei herausgekommen ist, wollte ich euch schon einmal zeigen.

Darf ich vorstellen? Das ist Fiona, die Protagonistin meines neuen Projektes. Als nächstes werde ich ihre Tochter malen. Und ja, ihren Kater. Das wird wohl die erste Katze sein, die ich seit sehr langer Zeit zeichne. Wie lange? Seit meiner Kindheit, denke ich und ich bin gespannt, wie mir das gelingen mag. Viel mehr kann ich zu diesem Zeitpunkt über das Schreiben noch gar nicht verraten, denn in der Planungsphase verhält sich die Geschichte noch wie ein Tintenspritzer in Wasser. Man weiß nicht, welche Form er annehmen wird. Alle Wege sind offen, können sich verschlingen, drehen und in Sackgassen enden. Ich weiß zwar, wo ich hin möchte, aber weiß noch nicht, wo meine Figuren mich letztendlich hinführen werden.

Und sonst so? Wir haben im Moment alle Hände voll zu tun. Das Gewächshaus platzt aus allen Nähten und die ersten Pflanzen sind bereits ins Freiland gezogen. Im Moment hadere ich noch damit, ob ich die empfindlichen Pflanzen ebenfalls raus setzen soll. Eisheilige scheint es dieses Jahr nicht zu geben, aber wir haben auch schon Nachtfröste Ende Mai erlebt. Naja, mal schauen. Jedenfalls scheint sich bereits eine Trockenheit anzubahnen und ich hoffe, sie weitet sich nicht abermals zur Dürre aus.

Nach dem feuchtkalten Dilemma im letzten Jahr, in dem uns die Braun- und Krautfäule im Freiland sämtliche Tomaten und Gurken binnen kürzester Zeit dahingerafft hat, haben wir uns noch ein Tomatenhaus zugelegt, in das Gurken und Paprika einziehen sollen. Im Moment sitzt dort noch Salat, den wir noch wegessen müssen.

Das Hintergrundbild stammt von pixabay

 

 

 

Weltenbau und ein vertonter Textschnipsel aus ALKATAR

Während draußen triste Dämmerung und Nieselregen herrschen, sitze ich auf dem Sofa und bastle an meiner Geschichte Tiamat-Bruderkrieg weiter. Beim Schreiben habe ich gemerkt, dass mein Weltenbau noch nicht ausreicht. Es fehlen die Kleinigkeiten, die eine Geschichte lebendig machen, wie das Aussehen einzelner Häuser, Parks, die Freizeitbeschäftigung der Bewohner. Was sieht mein Protagonist, wenn er durch die Stadt läuft? Spielen dort Kinder? Welche Wesen interagieren miteinander? Und warum? Welche Transportmöglichkeiten gibt es? Wie gelangen die Bewohner an ihre Bedarfsgüter? Wer stellt sie her? Wer ist verantwortlich für die Planung des Nachschubs? Das sind alles wichtige Fragen für mich, besonders bei einer Gesellschaftsform, die nicht auf Wettbewerb und Konsum ausgerichtet ist.  Erst wenn in meinem Kopf ein lebendiges stimmiges Bild entsteht, wird es auch der Leser fühlen können.

Außerdem freue ich mich über einen vertonten Textschnipesl aus ALKATAR. Ich habe mich beim Sprechenden Adventskalender von Sylvia Bommes Schneider beworben. Sie ist Moderatorin, Autorin und Sprecherin. Und habe doch tatsächlich gewonnen! Gestern war mein Textschnipsel auf Instagram bei ihr zu hören gewesen. Toll hat sie das gemacht und natürlich wollte ich euch das nicht vorenthalten.

Vielleicht erinnert ihr euch ja, aus welchem Buch der Textteil stammt.

 

 

CharactersofSeptember Tag 30: Welches Ziel möchtest du unbedingt erreichen?

„Ziel? Ich habe kein Ziel.“ Ralyana sitzt auf dem steinigen Boden, die mageren Arme um ihre Knie geschlungen und sieht mich mürrisch an.

Also gut, dann muss ich es wohl anders formulieren: „Wie würdest du dein Leben verändern, wenn du es könntest.“

„Was für eine dämliche Frage“, motzt sie. „Natürlich würde ich eine neue Sippe nach alten Regeln gründen mit mächtigen Jagdformationen, in denen Frauen und Männer sich wieder ergänzen und zusammen sogar einen Manturen erlegen können. Doch das ist unmöglich. Sowohl die alten Jagdtechniken als auch die telepathische Verständigung ist verlorengegangen.  Das weiß ich von Shae. Kein Jäger würde sich den Frauen heute unterordnen. Sie verkriechen sich lieber in der Stadt, unterjochen uns und geben sich damit zufrieden, mit ihren verwilderten Rotten ein paar lahme Sadosos oder Bullrocks zu erlegen. Warum auch sollten sie freiwillig ihre Macht abgeben?“

„Man sollte seine Träume nie aufgeben“, sage ich leise. „Sonst wird die Welt noch farbloser.“

„Ach, was.“ Sie steht abrupt auf. „War es das?“

Für einen Moment bin ich versucht, ihr zu sagen, dass ihr da jemand in den Weg stolpern wird, aber das würde sie beeinflussen. Manchmal reicht eine Person, um die Zukunft zu ändern. Stattdessen sage ich: „Ja,  und danke, dass du mitgemacht hast.“

Sie nickt mir zu, wendet sich ab und ich beobachte, wie sie leichtfüßig den Hang hinab in ihr Dorf läuft.

CharactersofSeptember Tag 27 – 29: Was macht dein Zuhause zu deinem Zuhause?

Ralyana und ich sind wieder an den Rand ihres Dorfes zurückgekehrt und unser Beisammensein neigt sich langsam dem Ende zu. „Was macht dein Zuhause zu deinem Zuhause?“, stelle ich die vorletzte Frage.

„Das hier.“ Sie vollführt eine ausladende Geste mit ihren Armen auf die ärmlichen Hütten und das fast ausgetrocknete Flussbett im Zentrum . „Das bedeutet mir nichts. Mein Zuhause ist dort, wo meine Freunde sind.“ Ihr Gesicht verzieht sich zu einem warmen Lächeln. „Ich würde überall hingehen, wo Shae hingeht. Sie ist mir von den Alten die Liebste. Ansonsten fühle ich mich noch bei den Jüngeren wohl, bei Oshi, der Schiefen, Muri Einhand und Zara, der Flinken. Sie machen mir das Leben hier erträglich.“