CharakterofSeptember Tag 10 – 12: Belastendes Ereignis, Geburtstag, und -ort

Mach’ dir nichts draus“, sagt Cira und nestelt an ihren gedrehten, bunten Zöpfen herum. „Alvan ist halt ein richtiger Mann. Die sind komisch, zicken herum. Das kommt von diesen …“, sie zieht distinguiert die Augenbrauen hoch, „… von diesen Homen.“
„Hormone“, korrigiere ich sanft. Sie erinnert mich irgendwie an diese Barbiepuppen, mit denen ich früher mal gespielt habe. Doch die waren nicht so grell geschminkt und verrückt gekleidet gewesen.
„Auch das.“ Cira lächelt mich freundlich an, aber es ist eins dieser Allerweltslächeln, ihr wisst schon, eins, das nicht von Herzen kommt. „Unsere Machermänner haben das nicht, diese Homen meine ich. Die prügeln sich nicht und fummeln auch keine Frauen ab.“
„Aha.“ Ich räuspere mich befangen. Ich ärgere mich maßlos über Alvan. Ich hatte ihn extra in ein schönes Waldstück geführt, um in Ruhe mit ihm reden zu können. Ich wollte von ihm wissen, ob es in seinem Leben etwas gibt, mit dem er noch nicht abgeschlossen hat. „Das weißt du genau“, hat er wütend gegrollt. „Und ich habe dir schon einmal gesagt, dass ich nicht darüber reden werde. Und weißt du was?“ Blitze schienen aus seinen Augen zu sprühen und ich hatte in seiner Gegenwart das Gefühl eines drohenden Gewitters gehabt. „Du kannst dir deine dämlichen Fragen sonst wohin stecken.“ Nach diesen Worten war er verschwunden. Von wegen reifer geworden!
„Jetzt hast du ja mich.“ Cira blickt mich neugierig an. „Was soll ich machen?“
„Nur ein paar Fragen beantworten.“
„Das ist einfach.“ Sie kontrolliert ihre perfekt gepflegten lilafarbenen Fingernägel
„Wann und wo wurdest du geboren?“
„Ich bin Cira Nr. 5, 2478 auf Sutus geboren. Ich bin eine Macherin, keine von da drüben, die primitven Arbeiter meine ich.
„Feierst du deinen Geburtstag? Und was bedeutet dieser Tag für dich?“ Mit Sutus meint sie eine Stadt unter einer Glaskuppel auf einem kargen Planeten.
„Ob ich Geburtstag feiere? Was ist ein Geburtstag?“ Sie sieht mich mit großen Augen an.

CharakterofSeptember Tag 7: Was wissen die meisten Menschen nicht über dich?


Dunkle Wolkenfetzen ziehen über den Himmel, es ist kühl und windig geworden. Ich stehe mitten in einem abgeernteten Beet und strecke mich, um an einen Apfel heranzukommen.
„Was gibt es heute für eine Frage?“
Ich zucke unmerklich zusammen, blicke mich um. Da steht Alvan. Ich weiß doch, dass er jetzt kommen wollte, aber er hat so eine unangenehme Art, sich anzuschleichen.
„Was machst du da?“ Schmunzelnd blickt er auf meine verkrampfte Haltung.
„Ein paar Äpfel sind schon reif. Die können schon in unser Lager.“
„Aha.“ Er blickt in die Krone unseres kleinen Apfelbaums, dessen Äste sich unter dem Gewicht der Früchte biegen. „Wie merkt man, welche soweit sind?“
Ich greife nach einem der Äpfel, biege ihn nach oben, aber der Stiel löst sich nicht vom Ast. „Siehst du, der ist zum Beispiel noch nicht reif. Sie müssen ganz leicht abgehen, dann sind sie soweit.“ Hier weiterlesen…