#aprilsettings2021: Stell dich bitte mit maximal drei Sätzen vor

Bei der Challenge werden mich hier und da meine Protagonisten aus dem letzten Teil der ALKATAR-Tetralogie unterstützen, dessen Veröffentlichung in Richtung Sommer geplant ist. Heute ist Halona zu Besuch,  die medizinische Leitung des Planetenschiffes IGASHU. Gerade schreitet sie durch unser Wohnzimmer und inspiziert mit unbewegter Miene die Gegenstände in unserer Vitrine. Ihr langes, rotes Gewand, das mit einem silbernem Gürtel in der Hüfte zusammengehalten wird, umwogt bei jedem Schritt ihren hageren Körper.

„Was besitzt das für einen Nutzen?“ Sie deutet auf eine wuchtige Kristallschüssel mit Verzierungen und einem mit tropfenförmigen Auswuchs gekrönten Glasdeckel. Außen herum stehen nicht minder wuchtige Kristalltrinkschalen.

„Das ist für Bowle gedacht“, erläutere ich freimütig. „Wir haben das Set zusammen mit dem Haus übernommen. Das muss wohl aus den 50er Jahren stammen.“ Ich blicke in ihre freundliche, aber doch irgendwie überlegen wirkende Miene und fühle den Drang, noch mehr zu sagen: „Die Tochter der Vorbesitzerin war überglücklich, als wir einige der alten Dinge ihrer verstorbenen Mutter behalten haben. Allerdings haben wir das Set noch nie benutzt und denjenigen, denen wir es für Bowle verliehen haben, haben es auch nie benutzt, weil sie Angst hatten, es könnte dabei Schaden nehmen.“ Diese verdammten Telepathen. In ihrer Anwesenheit fühle ich den unwiderstehlichen Drang, mich für die Existenz dieser Gegenstände zu rechtfertigen.

„Bowle, aha“, sagt sie auf eine nachdenkliche Art, wobei sie wie verträumt die linke Ecke unserer Wohnzimmerdecke fixiert. Wühlt sie gerade in der zentralen Datenbank ihres Schiffes, um das Wort „Bowle“ zu ergründen? Oder studiert sie die Epoche, in der ich lebe?

„Bowle ist ein Mischgetränk, das meist bei Feierlichkeiten getrunken wurde. Die klassische Variante ist Maibowle mit Waldmeistergeschmack.“ Sie zieht hörbar die Luft ein, als würde sie an einer imaginären Speise riechen. „Interessant. Den Geschmack könnte ich unserem Nahrungsmittelzubereiter vorschlagen. Natürlich ohne den schädlichen Stoff, den ihr Wein nennt.“

„Heute geht es um meine Vorstellung“, versuche ich ihr den Grund unseres Treffens in Erinnerung zu rufen und wünsche mir, dass sie damit aufhört, irgendwelche Informationen abzurufen.  Verstohlen mustere ich die anderen Gegenstände in der Vitrine, meist verschnörkeltes Geschirr,  alles Geschenke oder Überbleibsel aus dem Haus mit einst diversen Funktionen. Ich hoffe, Halona beschließt nicht, auch nach ihrem Nutzen zu fragen.

„Ja, gewiss. Dazu bin ich ja hier.“ Sie wendet sich mir mit einem herzlichen Lächeln zu. „Dann kommen wir doch gleich zum Thema. Anja Fahrner ist Science Fiction Autorin, schreibt eine seltsamer Art von Geschichten, in denen oft moderne und archaische Welten aufeinander prallen. Zudem zeichnet sie ihre Protagonisten nach Lust und Laune mit der freien Software krita.  Privat versucht sie, ihren ökologischen Fußabdruck zu minimieren, indem sie gemeinsam mit ihrem Mann einen Großteil ihrer Nahrungsmittel selbst anbaut und sich bemüht, nachhaltig zu leben.“

Buchchallenge #DerDritteSatz von ALKATAR – Der Erbe

Während der Abschlussband der ALKATAR-Tetralogie den letzten Korrekturschritt durchläuft und draußen die Kälte klirrt, nutze ich die Zeit, um noch etwas nachzuholen.
Aber bevor ich es vergesse, wollte ich noch den aktuellen Stand des Manuskriptes mitteilen. Die Handlung des letzten ALKATAR-Bandes ist jetzt stimmig und es geht im nächsten Durchlauf nur noch um die Fehlersuche, dann um den Buchsatz. Was noch ansteht, ist das Zusammenstellen eines Anhanges, denn es sollen wieder meine Portraits mit ins Buch kommen (in der Verlagsausgabe in Farbe). Außerdem machen wir uns Gedanken über einen besseren Titel und ein mögliches Motiv für das Cover. Die Veröffentlichung wird sich aber wahrscheinlich dann doch in Richtung Sommer verschieben.
Aber jetzt zur Buchchallenge. Es ist schon eine Weile her, dass wir #DerDritteSatz in unserer Facebookgruppe „Fantastische Bücherwelten“ laufen hatten, aber ich habe es bisher versäumt, den zweiten Band hier einzustellen. Wie im ersten Band ging es darum, zu den einzelnen Kapiteln eines Buches jeweils den dritten Satz zu posten.
Auch beim zweiten Band habe ich nicht jedes Kapitel genutzt, weil manche Sätze einfach zu kurz waren.

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Buchchallenge #DerDritteSatz zu ALKATAR

Bei dieser Buchchallenge ging es darum, zu den einzelnen Kapiteln eines Buches jeweils den dritten Satz zu posten. Ich habe nicht jedes Kapitel dazu genommen, weil manche Sätze einfach zu kurz waren. Meine gesammelten Werke dazu habe ich einfach mal in einem Beitrag zusammengefasst.

Bis auf das Cover und zwei Zeichnungen von mir  stammen die Bilder von pixabay.

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Aprilsettings Tag 4: Denkst du, dein Autor könnte deine Geschichte an einem anderen Schauplatz spielen lassen?

Es ist 10 Uhr morgens. Ich stehe in der Küche und knete Brot. Diesmal ist Alkatar besonders früh da. Interessiert blickt er mir über die Schulter.

„Das ist wohl eine klebrige Angelegenheit“, stellt er fest.

„Ja, das ist es.“ Das Brotkneten ist auch nicht gerade eine meiner Lieblingsbeschäftigungen, aber ich möchte selbstgebackenes Brot nicht mehr missen. Kurz vor der Coronakrise hat mir mein Schwager einen Teil seines Sauerteiges vermacht und mich in die Teigführung eingewiesen. Ich war erst kritisch, weil mir das zu kompliziert erschien. Doch jetzt klappt es wunderbar, macht uns wieder ein Stück unabhängiger, denn Hefe habe ich beim letzten Einkauf keine mehr bekommen.

„Auf Sumas backen wir auch Brot.“ Er setzt sich an unseren Küchentisch. „Dazu werden Rosettenpflanzen gemahlen und mit Wasser angerührt. Auf einem heißen Stein backen wir dann Fladen aus.“ Er lehnt sich bequem in seinem Stuhl zurück, wirkt entspannt.

„Meinst du, wir hätten deine Geschichte auch an einem anderen Schauplatz als Sumas spielen lassen können?“ Ich decke den Teig mit einem Tuch ab, damit er bis zum Abend ruhen kann. Dann wasche ich mir die Hände.

„Nein.“ Die Antwort kommt spontan. „Das hätte alles verändert. Ich wäre jemand anderes geworden. Willst du denn, dass ich jemand anderes bin?“

„Nein.“ Meine Antwort kommt genauso spontan. „Du bist gut so, wie du bist. Jedenfalls für mich.“ Und im Stillen hoffe ich, dass das meine Leser auch so sehen.

 

Übrigens findet ihr mein Schnellrezept für Brot mit Hefe hier.

Vielleicht füge ich demnächst auch mal die Variante mit Sauerteig an.

Aprilsettings Tag 3: Spielt der Schauplatz eine entscheidende Rolle für deine Geschichte? Wenn ja, welche?

Ich stehe auf unserem Wochenmarkt auf dem Marktplatz, umringt von schmucken Fachwerkhäuschen. Es ist eine skurrile Schlange, in der ich stehe, alle Personen einzeln, alle im Abstand von zwei Metern. Die Schlange geht vom kleinen Markt bis weit die nächste Straße hoch. Die Frau vor mir trägt Mundschutz, hustet. Die Verkäufer des Gemüsestandes wirken freundlich bemüht und angespannt. Ich wünsche mich fort von diesem potentiellen Ansteckungsort, fort in die Einsamkeit der Natur. Da sehe ich Alkatar die Straße überqueren und er winkt mir zu. Ich verlasse den Markt, einerseits froh darüber, dieses seltsame Szenario verlassen zu können, andererseits mit Bedauern, weil ich vergeblich gewartet habe. Doch ich wollte doch die Challenge weitermachen und bin froh, dass Alkatar nun endlich da ist. Ich beeile mich, damit er nicht soviel Aufmerksamkeit erregt, denn er ist jemand, der Blicke auf sich zieht, ein Hüne mit natürlicher Dominanz. Zudem passt seine schwarze Lederkleidung nicht ganz hierher und ich muss zwanghaft an einen Silberrücken bei den Berggorillas denken.

„Du willst nicht über euren Virus reden und dann muss ich dich hier abholen“, sagt er vorwurfsvoll. Zielstrebig führt er mich in unseren Garten, wo er sich diesmal auf die Bank unter dem Kirschbaum setzt. „Wir haben auch einen Markt auf Sumas, den Tauschkoben in Ousadap, der Stadt der Heimatlosen. Einst haben die Sippen dort Nachwuchs für ihre Jagdformationen rekrutiert und Gegenstände getauscht, wie etwa Felle gegen Stoffe oder Waffen.“ Er schiebt mit seinem Fuß den Waldmeister zur Seite, der schon fleißig austreibt. „Doch im letzten Teil der Geschichte, nach meiner Rückkehr, hat sich sogar das verändert.“

„Was spielt Sumas für eine Rolle für dich?“

„Sumas hat meine Persönlichkeit geprägt.“ Er beugt sich nach vorne, stützt die Ellenbogen auf die Oberschenkel und fixiert die Rose vor sich, den frischen rötlichen Austrieb der jungen Blätter.“ Es ist der Ort, an den wir Sumariter uns angepasst haben. Unsere Instinkte, unsere telepathischen Fähigkeiten und unsere ausgeprägten Sinne sind für diese Welt gemacht. Ihr würdet unser Leben wild und primitiv nennen, aber wir haben alles, was wir zum Leben benötigen. Wir leben in Sippen, jagen in geistiger Einheit mit den Sumaren, über die wir telepathisch gebieten. Es ist eine Art Symbiose. Entreißt man uns unserer Heimat, dann fehlt uns ein Stück.„ Er fasst sich an die Brust. „Ich war lange Zeit von meiner Heimat getrennt und die Sehnsucht nach ihr war unerträglich.“

„Aber genau das hat dich zu einem außergewöhnlichen Wächter und Heerführer des Interplanetaren Bundes gemacht.“

„Mag sein.“ Er sieht mich nun direkt an, auf seine eindringliche Art, die bis in die Seele vorzudringen scheint. „Ich war für fremde Völker von Nutzen, aber nicht für mein Volk, nicht für meine Welt. Doch wie ich hoffe, wirst du das jetzt ändern.“

Klingt da eine unterschwellige Drohung in seinen Worten mit? Kann sich ein Autor von seinem Protagonisten erpressen lassen?