Onlinebuchmesse2018 Tag 3 Anja Fahrner Autorin: Die ALKATAR – Reihe

ALKATAR beginnt mit einer Reise in eine fremde Kultur auf einem archaischen Planeten und in unsere Welt in naher Zukunft, eine Geschichte über das Scheitern der Menschheit und den Neuanfang auf einer ursprünglichen Welt.

Ihr könnt ALKATAR auf seinem Weg begleiten; seine Reise durch fremde Welten, seinen Kampf um sich selbst, um unstillbare Sehnsüchte und gegen menschliche Abgründe. Alles gewürzt mit einer Prise Kapitalismuskritik.

Geplant sind vier Bände. Band 1 und 2 sind bereits bei Emmerich Books & Media erschienen, der dritte Band befindet sich in der Überarbeitungsphase und der Plot des vierten Bandes steht bereits.

Band 1: ALKATAR

2030 – Die Menschen haben die Erde an den Rand einer Katastrophe gebracht, doch jenseits unseres Sonnensystems ist diese Entwicklung nicht unbemerkt geblieben.

Die Laurasier, entfernte Vorfahren der Menschen, starten eine verborgene Rettungsaktion, um den Fortbestand der menschlichen Spezies zu sichern: Freiwillige sollen auf dem erdähnlichen Planeten Zadeg einen Lebensweg im Einklang mit der Natur erlernen.

Doch der Verantwortliche der Mission, der laurasische Heerführer und Telepath Alkatar, wird schon bald mit den Abgründen der menschlichen Natur konfrontiert. Als ein intergalaktischer Krieg Zadeg von der Außenwelt abschneidet, setzt sich eine dramatische Entwicklung in Gang …

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Band 2: ALKATAR – Der Erbe

Planet Zadeg, 2592 – 500 Jahre nach dem Scheitern der Menschenmission beherrschen reiche Händler mit Hilfe des Militärs eine primitive Welt der Armut. Um ihre Warenkonvois vor den menschenfressenden Kreaturen in der Wildnis zu schützen, züchten sie Kriegersklaven mit übermenschlichen Fähigkeiten.

Einer ihrer Kriegersklaven ist Alvan, ein Kämpfer mit außergewöhnlich ausgeprägten Sinnen. Als eine geheimnisvolle Händlerin Kontakt zu ihm aufnimmt, um ihn über seine wahre Herkunft aufzuklären, verwehrt er sich ihren Worten. Kurz darauf sendet ihn ein dubioser Offizier allein in die von Bestien verseuchten Ruinen einer unbekannten Kultur, um eine Frauengruppe zu befreien. Die vermeintliche Todesmission wird zu einer Reise in eine fremde Welt, zur Begegnung mit einer erschütternden Wahrheit.

ALKATAR – Der Erbe kann auch ohne Vorkenntnisse des ersten Bandes ALKATAR gelesen werden.

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Band 3: ALKATAR – Die Suche

Zadeg im Jahre 2605, zwölf Jahren nach dem Sturz des Hohen Rates, herrschen Hass und Krieg. Alvan, ehemaliger Kriegersklave und einstiger Anführer der Rebellion, führt einen aussichtslosen Kampf für Frieden und Gerechtigkeit. Nur eine Macht verspricht ihm Aussicht auf Hilfe; der Interplanetare Bund, eine hochentwickelte extraterrestrische Macht und einstiger Retter der Erde. Das Problem; der Kontakt ist bei einem intergalaktischen Krieg vor 500 Jahren abgebrochen, der einzige Weg ein Portal mit fremder Technik. Eine gefährliche Reise mit unbekanntem Ziel beginnt …

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Band 4: ALKATAR – Die Rückkehr

geplant

CharakterofSeptember2018: Freunde und Familie von Cira Nr. 5

Diesmal besuche ich Cira in ihrer eigenen Stadt. Wir treffen uns in einer Straße zwischen tiefen Häuserschluchten. Es ist trist hier, ohne jegliches Grün, ohne richtigen Himmel und ohne das Licht einer echten Sonne. Cira ist genauso grell geschminkt wie beim letzten Mal und auch ihr Allerweltslächeln hat sie wieder mitgebracht. An ihr ist alles pinkfarben, von den Schuhen bis zum Lippenstift.
„Hi“, sagt sie und grinst bis zu den Ohren. „Was gibt‘s heute für Fragen?“
„Hi“, erwidere ich müde, denn irgendwie finde ich sie anstrengender als Alvan. Obwohl sie nichts sagt und überaus freundlich wirkt, habe ich das Gefühl, sie unterhalten zu müssen. Wenn mein bockiger Krieger bei mir ist, gibt es Zeiten der Ruhe. Wir können lange nebeneinander stehen, ohne etwas zu sagen, ohne das Gefühl zu haben, etwas sagen zu müssen. Die Ruhe ist normal und tut uns gut.
„Wie und wo bist du aufgewachsen?“, frage ich und bemerke, wie ich ebenfalls freundlich und gezwungen lächle.
Sie sieht mich kurz irritiert an, bevor sie antwortet: „Ich bin da aufgewachsen, wo wir alle aufgewachsen sind.“
„Und das wäre?“
„Natürlich in der Erziehungsanstalt. Alle Kinder gehören in die Erziehungsanstalt, bis sie alt genug sind, arbeiten zu gehen. Das weißt du nicht?“
Natürlich wusste ich das, aber sie schien nicht ganz zu begreifen, wer ich bin. „Warst du ein glückliches Kind?“
„Du stellst aber seltsame Fragen.“ Sie sieht mich verwundert an. „Natürlich war ich glücklich. Wir alle sind hier glücklich.“
„Na, dann ist ja alles perfekt.“
Sie nickt eifrig, aber das innere Leuchten, das wirklich glückliche Menschen ausstrahlen, besitzt sie nicht.
„Warst du gut in der Schule?“, stelle ich die nächste Frage und sehne mich nach Alvan zurück.
„Was ist gut?“ Fragend zieht sie die Augenbrauen nach oben. Als ich nicht gleich antworte, verzieht sie unmerklich das Gesicht. „Wir lernen, wie man sich selbst gut darstellt, wie man die ganzen Produkte benutzt. Das konnte ich ganz gut. Meinst du das?“
„Ja, so etwas in der Art.“ Sie war bestimmt eine eifrige Schülerin. „Wofür bist du deinen Eltern dankbar?“
„Eltern?“ Sie sieht mich hilflos an.
„Ich meine deinen Vater, deine Mutter.“
„Ah, jetzt weiß ich, was du meinst.“ Ihr Gesicht hellt sich auf. „Der Konsum ist der Motor unserer Gesellschaft. Nur ihm haben wir unseren Wohlstand zu verdanken. Er ist unsere Mutter und unser Vater.“
Ihre Worte klingen dahergeredet, wie auswendig gelernt. „Wer kennt dich am besten?
„Lucio, mein Wohlfühlmanager.“ Diese Antwort kommt spontan. „Da gehe ich immer hin. Der hört mir zu und sagt mir, was ich bei Problemen machen muss.“
„Wie zeigst du, dass du jemanden nett findest?“
„Nett finden? Du meinst doch nicht etwa die Kerle?“ Sie verzieht angeekelt das Gesicht. „Man zeigt niemanden, dass man ihn nett findet. Jeder ist nett und man ist zu jedem freundlich. Mit manchen gehe ich lieber ins Sorglose Glück als mit anderen. Naja, aber richtig nett finden? Wozu soll man das brauchen? Es ist mir auch so nicht langweilig.“
Ich atme tief durch. Ich weiß ja, dass es bei den Machern keine Beziehungen zwischen den Geschlechtern gibt, keine richtigen Freundschaften. Es ist seltsam, jemanden Fragen zu stellen, die so gar nicht in seine Welt passen wollen. Plötzlich spüre ich jemanden in meiner Nähe, dessen mentale Präsenz ich schmerzlich vermisst habe. Die letzte Frage, ob sie Menschen eine zweite Chance gäbe, kann ich mir bei Cira sowieso sparen. „Das war’s für heute“, sage ich zu ihr. „Ich danke dir.“
„Das war’s? So plötzlich Schluss?“
„Ja.“
Sie nickt und scheint ein wenig traurig, aber dann grinst sie gezwungen, dreht sich um und entfernt sich mit gestelzten Schritten über die graue Straße.
Eine vertraute Person erscheint an der Häuserecke und lächelt unmerklich. Dabei strahlt sie so viel Wärme aus, dass es mir gleich viel besser geht. „Du scheinst seltsame Personen zu lieben“, sagt er spöttisch.
„Alvan!“, freue ich mich. „Du bist mir nicht mehr böse?“
„Böse?“ Er zuckt die Schultern. „Deine dämlichen Fragen hat ja nun sie beantwortet. Denen macht so etwas nichts aus, denn die sind hier alle verdreht. Wenn du mich nicht ärgerst, mache ich wieder mit.“
„Hm. Wir werden sehen“, erwidere ich schelmisch. „Wenn es dir zu dumm wird, hole ich halt wieder Cira.“

CharakterofSeptember Tag 10 – 12: Belastendes Ereignis, Geburtstag, und -ort

Mach’ dir nichts draus“, sagt Cira und nestelt an ihren gedrehten, bunten Zöpfen herum. „Alvan ist halt ein richtiger Mann. Die sind komisch, zicken herum. Das kommt von diesen …“, sie zieht distinguiert die Augenbrauen hoch, „… von diesen Homen.“
„Hormone“, korrigiere ich sanft. Sie erinnert mich irgendwie an diese Barbiepuppen, mit denen ich früher mal gespielt habe. Doch die waren nicht so grell geschminkt und verrückt gekleidet gewesen.
„Auch das.“ Cira lächelt mich freundlich an, aber es ist eins dieser Allerweltslächeln, ihr wisst schon, eins, das nicht von Herzen kommt. „Unsere Machermänner haben das nicht, diese Homen meine ich. Die prügeln sich nicht und fummeln auch keine Frauen ab.“
„Aha.“ Ich räuspere mich befangen. Ich ärgere mich maßlos über Alvan. Ich hatte ihn extra in ein schönes Waldstück geführt, um in Ruhe mit ihm reden zu können. Ich wollte von ihm wissen, ob es in seinem Leben etwas gibt, mit dem er noch nicht abgeschlossen hat. „Das weißt du genau“, hat er wütend gegrollt. „Und ich habe dir schon einmal gesagt, dass ich nicht darüber reden werde. Und weißt du was?“ Blitze schienen aus seinen Augen zu sprühen und ich hatte in seiner Gegenwart das Gefühl eines drohenden Gewitters gehabt. „Du kannst dir deine dämlichen Fragen sonst wohin stecken.“ Nach diesen Worten war er verschwunden. Von wegen reifer geworden!
„Jetzt hast du ja mich.“ Cira blickt mich neugierig an. „Was soll ich machen?“
„Nur ein paar Fragen beantworten.“
„Das ist einfach.“ Sie kontrolliert ihre perfekt gepflegten lilafarbenen Fingernägel
„Wann und wo wurdest du geboren?“
„Ich bin Cira Nr. 5, 2478 auf Sutus geboren. Ich bin eine Macherin, keine von da drüben, die primitven Arbeiter meine ich.
„Feierst du deinen Geburtstag? Und was bedeutet dieser Tag für dich?“ Mit Sutus meint sie eine Stadt unter einer Glaskuppel auf einem kargen Planeten.
„Ob ich Geburtstag feiere? Was ist ein Geburtstag?“ Sie sieht mich mit großen Augen an.