#Oktobergeheimnisse: Protagonisten plaudern über ihren Autor 2

General Hagas schreitet durch unser Haus wie ein König durch seinen Pferdestall. Es hätte noch gefehlt, dass er den Finger ausstreckt, um damit über die Regale zu streifen. Staub liegt hier überall ein wenig und ich werde ihn auch nicht täglich wegwischen. Mit oder ohne General. Ich sehe, wie er unmerklich den Kopf schüttelt und hoffe, dass er jetzt nichts Falsches sagt.
„Wer wen gefunden hat?“, spricht er gedehnt und scheint doch einen Hauch Taktgefühl zu besitzen. Interessiert betrachtet er unsere Wohnzimmereinrichtung. „Alvan hat Anja gefunden, ist ihr im Traum erschienen, dieser verdammte Bastard von einem Kuraner. Mich hat sie erst später entdeckt. Oder ich sie?“ Er nimmt einen der Holzelefanten von meinem Regal und betrachtet ihn interessiert von allen Seiten. „Ein Fabeltier, was?“
„Ein Elefant“, erwidere ich vorsichtig.
„Ein Elefant, soso.“ Er stellt die Figur wieder hin. „Kannst du mir verraten, warum du diesem verdammten Sklaven soviel Zeit widmest? Ich bin schließlich Zadegs Oberbefehlshaber. Mir gebührt deine Aufmerksamkeit.“
„Es geht nicht um Status, General“, antworte ich fest. Ich habe nicht vor, mich von ihm einschüchtern zu lassen.
„Nicht um Status also.“ Er zieht pikiert eine Augenbraue in die Höhe. „Das nervt mich an dir. Du scharwenzelst ständig um systemschädliche Subjekte herum. Was passiert denn, wenn sie die Ordnung zerstören? Meinst du, es wird dann besser?“
„Das muss sich zeigen“, erwiderte ich ausweichend. „Ohne Widerstand keine Veränderung. Haben die Reichen das Recht, die Armen ausbluten zu lassen?“
„Ob sie das Recht haben?“ Nachdenklich zieht er die Stirn in Falten. „Das reiche Händlerpack macht sich nur wenig Sorgen darum, überlässt mir die ganze Arbeit.“
Ich merke, wie es in ihm arbeitet. Auch er stammt aus einer armen Bauernfamilie und kennt das Elend.
„Doch ich bin Soldat, Gehorsam und Pflichtbewusstsein stehen an oberster Stelle.“
„Über allem, General?“
Er nimmt wieder eine der Figuren in seine Hand. „Ein Elefant ist das, sagst du? So so.“

Oktobergeheimnisse: Protagonisten plaudern über ihren Autor

General Hagas, Zadegs Oberbefehlshaber aus „Alkatar – der Erbe“ räuspert sich. Mit vor der Brust verschränkten Armen steht er hinter seinem Arbeitstisch und blickt streng unter seinen buschigen Augenbrauen hervor. „Was soll ich sagen? Anja ist halt eine typische Frau. Schwach, undiszipliniert, nichts für die Armee.“

„Das war nicht die Frage“, zischt Maris empört. „Das ist mal wieder typisch für euch Machos auf diesem Steinzeitplaneten.“ Maris ist Wissenschaftlerin, kommt von einer zivilisierteren Welt. „Würdet Ihr bitte beim Thema bleiben, General.“ Hier weiterlesen…

#Charakterofseptember 16 – 20: (Soziales Umfeld) Freunde und Haustiere von Alvan, dem Kriegersklaven des Hohen Rates

Am Morgen hatten wir Malatomb hinter uns gelassen und ich bin erleichtert, dieser dunklen Festung den Rücken zu kehren.
Jetzt will mir Alvan seinen besten Freund vorstellen und wir reiten durch die Wildnis. Alles ist mir fremd hier; die knorrigen, niedrigen Bäume, die gurrenden und bellenden Tierlaute, der Geruch nach Moschus. Hier weiterlesen…

Charakterofseptember Tag 11 bis 15: Gesellschaftsschicht und Familie von Alvan, dem Kriegersklaven des Hohen Rates

 

Wir reiten einen steilen Gebirgspfad empor; karge Felsen, eisiger Wind, dann ein Abgrund, der uns den Weg versperrt. Ich starre auf eine mächtige dunkle Mauer, die in den Himmel zu wachsen scheint. Die Festung Malatomb – das Ausbildungslager der Kuraner. Hier weiterlesen…